Bahn­übergang Nabburg

Die täglichen Staus am Bahnübergang prägen seit Jahren das Stadtbild von Nabburg und bringen während der Zugdurchfahrten den Verkehr in der Stadt mehrmals täglich vollständig zum Erliegen. Die Staus reichen dabei teilweise bis zur Anschlussstelle an die A 93. Auch die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2040 ist durch das hohe Verkehrsaufkommen deutlich überlastet.

Die täglichen Staus am Bahnübergang prägen seit Jahren das Stadtbild von Nabburg und bringen während der Zugdurchfahrten den Verkehr in der Stadt mehrmals täglich vollständig zum Erliegen. Die Staus reichen dabei teilweise bis zur Anschlussstelle an die A 93. Auch die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2040 ist durch das hohe Verkehrsaufkommen deutlich überlastet.

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach erarbeitete eine Lösung, um nicht nur die täglichen Verkehrsbehinderungen durch den bestehenden Bahnübergang zu beseitigen, sondern auch die Altstadt selbst vom Verkehr deutlich zu entlasten und Nabburg so die Chance zu geben, sich zu entwickeln.

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Überblick

Mithilfe der Karten erhalten Sie einen Überblick über das Vorhaben und seine Auswirkungen auf die Stadt.

Vorhaben

Südlich der bestehenden Naabbrücke wird ein neues Brückenbauwerk errichtet. Dies ist notwendig, um die Querung der Bahnlinie in Tieflage zu ermöglichen und so den aktuellen Bahnübergang mit den regelmäßig resultierenden Staus zu beseitigen.

Im Gegensatz zum bestehenden höhengleichen Bahnübergang wird der Straßenverkehr die Bahntrasse zukünftig unterführen. Die Unterführung liegt nördlich der Nordgauhalle. Für Fußgänger und Radfahrer wird die Situation deutlich verbessert, indem straßenbegleitend ein beidseits angelegter Geh- und Radweg sowie eine weitere Fußgängerunterführung zur Anbindung der Georgenstraße angelegt wird.

Der Verlauf der Staatsstraße wird westlich der Naab nach Süden verlegt. Hierdurch wird die Altstadt vom Verkehr entlastet. Die neue Straße quert nördlich der Nordgauhalle die Bahnlinie in Tieflage und verläuft parallel zur Bahn bis zum Bahnhof. Dort biegt sie den Bahnweg querend ab und erreicht die Regensburger Straße.

Ein fünfarmiger Kreisverkehrsplatz bildet zukünftig den Anschluss zur bestehenden Staatsstraße 2040.

Die Deutsche Bahn AG wird unabhängig von den Straßenplanungen die bestehende Bahnlinie elektrifizieren. Dabei wird die Trasse mit einer Oberleitung versehen.

Der elektrische Antrieb ist nicht nur leiser, sondern schont auch die Umwelt und das Klima, da zunehmend auf erneuerbare Energien zurückgegriffen wird.

Chancen der Stadtentwicklung

Die Georgenstraße und die Regensburger Straße sind dem stetig zunehmenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. In Verbindung mit dem bestehenden Bahnübergang bilden sie ein Nadelöhr, das mehrmals täglich zu Staus und Verkehrsbehinderungen führt. Mit der Verlegung der Staatsstraße und der Beseitigung des Bahnüberganges werden diese kritischen Bereiche deutlich entlastet.

Die Zugänglichkeit zur Naab wird verbessert. Das Ufer kann im Sinne der Stadt unter Beachtung der wasserwirtschaftlichen Belange gestaltet und für Erholung- und Freizeit eingebunden werden. Das Flussufer wird erlebbar. Der Anschluss an die verkehrsberuhigte Georgenstraße und an die Nordgauhalle wird ermöglicht.

Das gesamte Bahnhofsareal wird insgesamt einladender gestaltet. Auch das Umsteigen zwischen Bussen und der Bahn sowie die Zugänglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer werden verbessert.

Der Einzelhandel entlang der Georgenstraße und entlang der Regensburger Straße wird langfristig davon profitieren, dass der Bereich verkehrsberuhigt wird.

Mit der Verlagerung des Durchgangsverkehrs nach Süden wird der Zugang zum historischen Stadtkern Nabburgs verbessert. Die Altstadt wird dadurch deutlich beruhigt, sodass in Zukunft attraktive Konzepte der Neugestaltung ermöglicht werden. Auch der örtliche Einzelhandel wird durch einen verbesserten Zugang langfristig gestärkt.

Verkehrsentlastung

Die Georgenstraße und die Regensburger Straße werden langfristig vom Verkehr entlastet. Dies ist vor allem deshalb notwendig, da der Straßenquerschnitt und die Verkehrsführung für ein derart hohes Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt sind. Beispielsweise können einige Engstellen und Kurven von großen Fahrzeugen nur bewältigt werden, indem die Gegenfahrbahn genutzt wird.

Die neue Trassenführung der Staatsstraße verläuft entlang der Bahn und am Rande der Südstadt durch gewerbliche Flächen. Der große Vorteil dieser Trassenführung ist die Entlastung der Altstadt vom Durchgangsverkehr.

Geh- und Radwege

Ein neuer Radweg wird straßenbegleitend über die neue Naabbrücke eingerichtet und folgt dem neuen Verlauf der Ortsdurchfahrt bis hin zum Bahnhof. Für die Querung der Bahnlinie ist hier eine Unterführung vorgesehen. Der Radweg schließt damit nahtlos an den Naabtalradweg an.

Am bisher bestehenden Bahnübergang wird eine Fußgängerunterführung errichtet, um den direkten Zugang zur Altstadt über die Naabbrücke zu erhalten. Auch entlang der neuen Ortsdurchfahrt wird straßenbegleitend ein Gehweg installiert und quert mittels einer Unterführung die Bahnlinie.

Untersuchte Varianten

TBD

TBD

TBD

TBD

TBD

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TBD

TBD

TBD

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Untersuchte Varianten in Gruppe

Varianten ohne Zeichnung  | Varianten V12 + V13

großräumige Ortsumgehungen im Süden und Norden.
Massive Eingriffe in Natur und Biotope. Bahnübergang bleibt
erhalten. Keine Kostenbeteiligung der DB.

Varianten V1 + V2 + V11 + V14

V1 und V2 mit Überführung oder Unterführung: nicht machbar wegen
Radien und Steigungen, keine Lösung für nicht-motorisierten Verkehr,
erhebliche Umbauten an bestehenden Gebäuden, Eingriffe in Straßen- und
Wegenetz und Privateigentum.
V11 und V12 neue Trassenführung ohne
Beseitigung des Bahnübergangs, geringe verkehrliche Wirkung. Eingriffe
in unbebaute Flächen und Natur. Keine Kostenbeteiligung der Bahn.

 

Varianten V8 +V9

Querung der Naab nahe Nordgauhalle und mit Untertunnelung der Bahnlinie, Umwege für Ziel- und Quellverkehr, massive Eingriffe in bebaute und  unbebaute Gebiete und Stadtstruktur, Eingriff in  Grundwasserströme. Technisch nicht machbar.

Varianten V6 + V7 + V16

Tieferlegung und Verschiebung der Bahnlinie. Massive Eingriffe in Grundwasser und Hochwassersicherung. Eingriffe in Privateigentum, mangelhafte Erschließungswirkung. Bei Variante 16 Tieferlegung des Bahnhofs. Von DB verworfen.

Varianten V3 + V4 + V5

Querung der Naab an alter Stelle, Querung der Bahn in Höhe Stadthalle, unterschiedliche Weiterführung zu Austraße und Regensburger Straße. Massive Eingriffe in Wohnbebauung und Eigentum, technisch und rechtlich nicht machbar.

Projekt­informationen

Für die Staatsstraße wird eine neue Naabbrücke gebaut und die Bahn südlich des bisherigen Querungspunktes in Tieflage unterführt. Ein fünfarmiger Kreisverkehrsplatz bildet zukünftig den Anschluss zur bestehenden Staatsstraße 2040.

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach verbessert im Zuge der Maßnahme auch das Geh- und Radwegenetz.

 

Für alle Bürgerinnen und Bürger bedeutet das Projekt also viele Verbesserungen:

• Die Bahnübergangsproblematik wird gelöst

• Der Verkehr wird aus der Altstadt heraus verlagert

• Die Situation für den Fuß- und Radverkehr wird deutlich verbessert

Zeitlicher Ablauf​

Für das Vorhaben liegt eine weit vorangeschrittene Planung vor und mit dem Bau könnte kurzfristig begonnen werden.

Jedoch: Für die bauliche Umsetzung sind Sperrpausen bei der Deutschen Bahn zu beantragen, die derzeit einen Vorlauf von bis zu 5 Jahren benötigen. Für eine kurzfristige Umsetzung liegen die genehmigten Sperrpausen bereits vor. Im Falle einer Klage verzögert sich das Projekt daher um viele Jahre, selbst wenn die Klage schließlich abgewiesen wird.
Sofern das Projekt komplett gekippt wird, ist mit gar keiner Lösung zu rechnen. Etwaige Umplanungen dauern erneut mehrere Jahrzehnte.

Für Nabburg bedeutet das weiterhin

  • ein hohes Verkehrsaufkommen in der Altstadt
  • und häufige Staus am aktuellen Bahnübergang

Nach der in jedem Fall kommenden Elektrifizierung der Bahntrasse wird auch der Zugverkehr zunehmen. Die Problematik am Bahnübergang würde sich also noch weiter verschärfen.

Fragen und Antworten

Zeitplan

Für das Vorhaben liegt eine weit vorangeschrittene Planung vor und mit dem Bau könnte kurzfristig begonnen werden. Zuvor würden weitere Abstimmungen zu Planungsdetails – wie schon bereits in 2018 und 2019 – mit der Stadt erfolgen.

Für die bauliche Umsetzung sind Sperrpausen bei der Deutschen Bahn AG zu beantragen, die derzeit einen Vorlauf von bis zu 5 Jahren benötigen. Für eine kurzfristige Umsetzung liegen die abgestimmten und genehmigten Sperrpausen bereits vor. Im Falle einer Klage verzögert sich das Projekt daher um viele Jahre, selbst wenn die Klage schließlich abgewiesen wird.
Sofern das Projekt komplett gekippt wird, ist mit gar keiner Lösung zu rechnen. Etwaige Umplanungen dauern erneut mehrere Jahrzehnte.

Verfahren & Planungsdetails

Der Straßenquerschnitt und die Linienführung der Staatsstraße sind in Lage und Höhe festgelegt. Im nächsten Planungsschritt können jedoch Details zur Ausführungsplanung – die bspw. im Planfeststellungsbeschluss nur verbal abgehandelt wurden oder auf den Darstellungen der Unterlagen nicht erkennbar sind – mit den Beteiligten abgestimmt und umgesetzt werden.
Alle Einwendungen sind dahingehend zu bewerten, ob sie zum Erreichen des Planungsziels zwingend erforderlich und verhältnismäßig sind. Sofern der Einwendungsführer für die zusätzlich entstehenden Mehrkosten, den ggf. erforderlichen, zusätzlichen Grunderwerb und die erforderlichen Genehmigungen aufkommt, können auch nicht berücksichtigte Forderungen umgesetzt werden.
Da der Planfeststellungsbeschluss eine enteignungsrechtliche Grundlage darstellt, dürfen nur die Maßnahmenumfänge planfestgestellt werden, die zum Erreichen des Planungsziels zwingend erforderlich sind. Die Studie stellt konzeptionelle Überlegungen an, die teilweise keiner detaillierten Untersuchung unterliegen. In einigen Bereichen reicht der Planungsumgriff der Studie bspw. über den Planfeststellungsumgriff hinaus. Über das notwendige Maß hinausgehende, städtebauliche und gestalterische Aspekte obliegen grundsätzlich der Stadt und könnten bei Schaffung der erforderlichen Voraussetzungen baulich im Rahmen der Gesamtmaßnahme umgesetzt werden.
Die Gesamtlärmbetrachtung verfolgt das Ziel, die zukünftige Veränderung des Gesamtlärms infolge des prognostizierten Straßenverkehrslärms zu untersuchen. Je höher hierbei die Zugzahlen sind, desto geringer ist der Einfluss des Straßenverkehrs. Die Berechnung wurde somit zugunsten der Betroffenen durchgeführt. Die prognostizierten Zugzahlen infolge der Elektrifizierungsmaßnahme Marktredwitz–Regensburg werden von der Deutschen Bahn AG in einem eigenständigen Verfahren berücksichtigt.
Der Kreisverkehr am Bauende ist seit Anbeginn der Planung als eigenständiger Teil angesehen worden. Da der Kreisverkehr nicht für das Erreichen des eigentlichen Planungsziels, die Beseitigung des Bahnübergangs, erforderlich ist, musste dieser aus dem Verfahren entnommen werden. Dies schließt den Bau in der Zukunft jedoch nicht aus und kann unabhängig von der Bahnübergangsbeseitigung umgesetzt werden. Hierzu ist jedoch die Inanspruchnahme von Privateigentum erforderlich.

Planungen der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn AG setzt die Planungen für die Elektrifizierungsmaßnahme Marktredwitz–Regensburg weiter fort. Eine Beseitigung des Bahnübergangs ist hierbei nicht Gegenstand. Eine Lösung zur Beseitigung des Bahnübergangs „Georgenstraße“ im Rahmen des Elektrifizierungsprojekts Marktredwitz–Regensburg würde mit größter Wahrscheinlichkeit analog zur Lösung „Rahmenplantrasse“ ausfallen. Es bestünde hierbei das Risiko, dass bisher erfolgte Abstimmungen und Zusagen in einem neuen Verfahren unberücksichtigt blieben und eine Umsetzung erst deutlich später erfolgen würde.
Sämtliche Planungen der Deutschen Bahn AG setzen die Planungen und die Umsetzung der Bahnübergangsbeseitigung als gegeben voraus. Die Elektrifizierung der Bahnlinie kommt aber in jedem Fall. Eine Tieferlegung der Bahntrasse ist laut Deutscher Bahn jedoch ausgeschlossen, da für ein solches Vorhaben keine Haushaltsmittel bereitgestellt werden können.
Die Elektrifizierung wird unabhängig von den Planungen des Staatlichen Bauamts vollzogen. Auch gesetzt dem Fall, dass der derzeitige Bahnübergang nicht beseitigt wird, wird die Deutsche Bahn AG an ihren Planungen festhalten und die Elektrifizierung durchführen.

Geh- und Radwege

Ein Radweg ist straßenbegleitend über die neue Naabbrücke, durch den Trog bis unmittelbar vor dem Bahnhof beidseits vorgesehen. Hier schließt dieser an den weiterführenden Naabtalradweg an. Dies stellt bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Bestand dar. Von der Einmündung der Austraße ist die Georgenstraße und somit auch die Nabburger Innenstadt für den Radverkehr erschlossen. Der Vorhabenträger kann zusätzliche, innerörtliche Radwegeerschließungen nicht finanzieren. Dies ist gesetzlich geregelt und läge in der Baulast der Stadt.
Die Kreuzungsbeteiligten (Freistaat Bayern, die Deutsche Bahn AG und die Bundesrepublik Deutschland) können nur das nach den einschlägigen Regelwerken vorgeschriebene Mindestmaß finanzieren und folglich in einem Planfeststellungsverfahren einbringen. Die Mehrkosten infolge städtebaulicher / gestalterischer und über dieses Maß hinausgehender Änderungen können von den Kreuzungsbeteiligten nicht finanziert werden. Die Mehrkosten wären von der Stadt Nabburg zu tragen und könnten im Zuge der weiteren Planung berücksichtigt werden, sofern andere Belange dem nicht entgegenstehen.
Für innerörtliche Radwege, die außerorts keine Fortsetzung finden, liegt die Baulast nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz bei den Städten und Gemeinden. Da eine Verbreiterung der geplanten Gehwege in diesem Bereich zusätzliches Privateigentum beansprucht, konnte dies im gegenständlichen Verfahren nicht berücksichtigt werden.

Aus topografischen und technischen Gründen überschreiten drei Wegeverbindungen die höchstzulässigen Längsneigungen. Ganzjährig ist eine barrierefreie Erschließung über den westlichen Geh- und Radweg im Trogbauwerk und die Austraße gegeben.

Bisher wird die planfestgestellte Treppenanlage und eine Anbindung der Fußgängerunterführung am Ort des jetzigen Bahnübergangs an den „Alten Brückenweg“ vorgesehen. Der Vorhabenträger hat alternative Planungen inklusive Rampenlösungen erarbeitet. Diese wurden der Stadt zur weiteren Abstimmung zugeleitet. Eine Entscheidung blieb bisher aus.

Sonstiges

Das Trogbauwerk und dessen Entwässerung ist bis zu einem hundertjährigen Hochwasserereignis (HQ100) hochwasserfrei. Bei einem darüberhinausgehenden Hochwasser wäre der Trog für den Straßenverkehr zu sperren. Die Erreichbarkeit beider Stadtteile für Rettungsdienst- und Einsatzfahrzeuge wird hierbei jedoch über den westlich gelegenen, hochgesetzten Geh- und Radweg erfolgen.
Nach Umsetzung der Maßnahme wird zur Übergabe der alten Staatsstraße eine gemeinsame Begehung durch Bauamt und Stadt durchgeführt und auftretende Mängel werden objektiv beurteilt. Auf dieser Basis wird der erforderliche Sanierungsumfang festgelegt. Anschließend hat die Stadt die Möglichkeit, die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen durch das Bauamt durchführen zu lassen oder eine Entschädigung zu erhalten, dessen Betrag einer Umsetzung der Sanierungsmaßnahme durch das Bauamt entspräche, um bspw. weitergehende Gestaltungsmaßnahmen in der Georgenstraße/Regensburger Straße in eigener Zuständigkeit umzusetzen. Hierbei kann die Stadt auch weitere Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen.

Aktuelle Meldungen